Kelp

WL Kelp - Knotentang © AdobeStock (Did'pics)

Knotentang (Ascophyllum nosodum) zählt zu den Braunalgen und kommt vorrangig in den Küstenregionen des nördlichen Atlantiks (Nordwesteuropa und Nordostamerika) vor.
Seine Triebe haben ihren Ursprung in einem kräftigen Thallus, der sich stabil in Böden und auf Felsen verankert. Die „Knoten“, die auch die Namensgebung beeinflusst haben, sind eigentlich kleine Schwimmblasen die dafür sorgen, dass die Triebe den nötigen Auftrieb erhalten. Auch bei der Verbreitung sind sie sehr nützlich.
Für seine braune Färbung ist Fucoxanthin verantwortlich. Ein Xanthophyll und Carotinoid, das die grüne Farbe des Chlorophylls überdeckt und den Braunalgen eine effizientere Photosynthese ermöglicht.
Fucoxanthin war vor vielen Jahren besonders in wissenschaftliches Interesse geraten als man feststellte, dass die Reinsubstanz Fettleibigkeit bei Mäusen reduzierte.

Neben Mannitol, einem Zucker, der hauptsächlich in Halophyten (Pflanzen, die an erhöhte Salzkonzentrationen in ihrer Umgebung angepasst sind) vorkommt, enthält der Seetang große Mengen Algin. Die Salze des Polysaccharides werden als Alginate bezeichnet und sind besonders als Binde-, Gelier- und Verdickungsmittel bekannt. Verschiedene Alginatverbindungen werden aber auch für die Wundversorgung, die Herstellung retardierter Arzneimittel oder zur Herstellung von Abformmassen verwendet.
Studien befassen sich zudem immer wieder mit der komplexbildenden Wirkung, die möglicherweise zur Ausleitung von Schwermetallen und Giftstoffen aus dem Organismus genutzt werden könnte.

Kelp ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalium, Natrium, Kupfer, Schwefel, Kalzium, Magnesium und Zink. Besonders macht ihn aber sein hoher Jodidgehalt.

Jod ist ein essentielles Spurenelement und zusammen mit Tyrosin unverzichtbar für die körpereigene Synthese der Schilddrüsenhormone T4 (Thyroxin) und T3 (Triiodthyronin).
T4 ist das Hauptprodukt der Schilddrüse, während T3 die biologisch aktivere Form ist. T4 kann in peripheren Geweben zu T3 umgewandelt werden.

Beide sind maßgeblich an vielen Stoffwechselvorgängen wie z.B. der Wärmeproduktion (Thermogenese) und dem Sauerstoffverbrauch beteiligt, regulieren aber auch die Herzfrequenz und den Blutdruck.
Sie sind für die Energiegewinnung aus Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß notwendig und während der Schwangerschaft entscheidend für die normale Entwicklung von Gehirn und zentralem Nervensystem beim Fötus.
Bei Kindern kann ein schwerer Jodmangel zu Entwicklungsverzögerungen und geistiger Behinderung führen, bekannt als Kretinismus.

Nach der Aufnahme von Jodid (natürliche gebundene Form von Jod) über die Nahrung wird dieses über den Dünndarm dem Blutkreislauf zugeführt und von der Schilddrüse herausgefiltert und gespeichert.

Wird im Organismus ein zu niedriger Schilddrüsenhormonspiegel festgestellt, wird im Hypothalamus TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) gebildet, das in der Hirnanhangdrüse die Synthese und Ausschüttung von TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) auslöst. TSH wiederum sorgt dafür, dass über die Natrium-Iodid-Symporter (NIS) in der Zellmembran mehr Jodid in die hormonproduzierenden Schilddrüsenepithelzellen (Thyreozyten) gelangen kann.
Das aufgenommene Jodid wird durch das Enzym Thyreoperoxidase (TPO) an der apikalen Membran der Thyrozyten zu elementarem Jod (I²) oxidiert und an das Schilddrüsenprotein Thyreoglobulin gebunden. Thyreoglobulin ist ein großes Glykoprotein, das in der Schilddrüse produziert und in das Follikellumen sezerniert wird. Das jodierte Thyreoglobulin kann dann gespeichert und bei Bedarf durch Endozytose in die Thyreozyten aufgenommen und durch lysosomale Enzyme proteolytisch abgebaut.
Das elementare Jod reagiert dabei mit den Tyrosinresten des Thyreoglobulins und bildet Monoiodtyrosin (MIT) und Diiodtyrosin (DIT). Zwei Moleküle DIT bilden Thyroxin (T4), ein Molekül MIT in Verbindung mit einem Molekül DIT ergibt Triiodthyronin (T3). Dieser Vorgang wird ebenfalls von Thyreoperoxidase katalysiert.
Die entstandenen Hormone werden dann ins Blut abgegeben. T3 und T4 binden sich größtenteils an Transportproteine wie Thyroxin-bindendes Globulin (TBG), Transthyretin (TTR) und Albumin, um im Blut zu zirkulieren.

Eine langfristige zu geringe Jodaufnahme führt in den meisten Fällen zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (Struma/Kropf), die mit dem Zugewinn an Größe den Mangel auszugleichen versucht. 
Infolge des fehlenden Spurenelementes kommt es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) und den damit verbundenen Symptomen wie Gewichtszunahme, Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, Verstopfung, Wassereinlagerungen, Haarausfall, Konzentrationsproblemen usw.

Aus natürlichen Quellen wie dem Seetang, ist Jodid für den menschlichen Organismus optimal bioverfügbar.

Neben seiner Funktion als ausgezeichneter Jodlieferant hat Kelp hungerhemmende, stoffwechselanregende, verdauungsfördernde und belebende Eigenschaften. Er ist somit bei der Gewichtsreduktion, beim Fasten sowie beim Entschlacken eine effektive Unterstützung.

Eine hohe Nitratzufuhr stört die Jodaufnahme.

Sonstige Namen für diesen Wirkstoff

Ascophyllum nosodum, Knotentang